Deutsche Satelliten fliegen in den Weltraum

Deutsche Satelliten fliegen in den Weltraum

Deutschlands Forschung und Technik richtet sich nicht nur auf Anwendungen auf der Erde, sondern auch auf den Weltraum aus. Bestes Beispiel dafür ist der Start von vier deutschen Satelliten mit einer russischen Sojus-Rakete. Dieser erfolgte vor kurzem im Norden Russlands. Dabei nahm die Rakete mehrere deutsche Forschungssatelliten mit an Bord und schoss diese in den Weltraum. Die sogenannten Zwerg-Satelliten, die aus Würzburg kommen, sollen zukünftig die Erde beobachten. Dies erfolgt aus einer Höhe von rund 600 Kilometern.

Der Start der Mission erfolgte vom russischen Weltraumbahnhof Plessezk, dieser liegt im Norden des riesigen Landes. Die Rakete sei wie geplant abgehoben und in den Weltraum unterwegs. Das teilte das russische Verteidigungsministerium vor kurzem mit. Insgesamt befinden sich nicht weniger als 19 Satelliten an Bord. Diese werden ins All gebracht und dort platziert. Drei dieser Satelliten sind russische Kommunikationssatelliten. Bei dem Start handelte es sich bereits um den vierten dieser Art alleine in diesem Jahr. Der Weltraumbahnhof in Russland ist also ziemlich stark frequentiert.

Russland bietet diese Leistung seinen Partnern an und fungiert hier wie ein Logistikunternehmer. Die vier neuen Trabanten aus Deutschland werden den Planeten zukünftig aus unterschiedlichen Perspektiven beobachten. Sie werden sich selbstständig abstimmen. Die Umlaufbahn befindet sich in einer Höhe von 600 Kilometern. Dort werden die sogenannten NetSat-Pico-Satelliten selbstständig die ideale Beobachtungsposition ermitteln und sich entsprechend ausrichten. Ihre Aufgabe besteht darin, die Klimaforschung zu unterstützen. Sie sollen beispielsweise die Wolken vermessen und so wichtige Daten für die Wissenschaftler auf der Erde liefern.

Große Freude ein Bayern

Entwickelt wurden die Satelliten von Wissenschaftlern aus Würzburg. Diese arbeiten im Zentrum für Telematik. Kein Wunder also, dass der erfolgreiche Start der russischen Rakete in Würzburg entsprechend euphorisch gefeiert wurde. Die bayerische Digitalministerin Judith Gerlach zeigte sich in einer Mitteilung erfreut über den Erfolg. Sie betonte die Wichtigkeit der kleinen Satelliten. Diese werden, ihrer Aussage nach, einen enormen Beitrag für die Beobachtung der Erde leisten. Darüber hinaus seien sie wichtig für künftige Telekommunikationsnetze. Auch der bayerische Wirtschaftsminister war hocherfreut. Er zeigte sich überzeugt davon, dass die durch die Satelliten gewonnenen Daten der Wirtschaft und der Wissenschaft helfen werden. Sie können so konkrete Problemstellungen und Herausforderungen noch einfacher und schneller lösen.

Große Freude ein Bayern
Große Freude ein Bayern

Vergleichsweise winzige Technik

Bei den vier Satelliten handelt es sich allerdings nicht um die ersten ihrer Art aus Würzburg. Bereits im Jahr 2005 machte sich der erste Pico-Satellit auf den Weg in den Weltraum. Sein Name war Uwe-1, seine Mission bestand darin, über das Internet im All Signale an die Bodenstationen zu senden. Zahlreiche Experimente sollten diesen Vorgang optimieren. Diese spezielle Art von Satelliten wiegt nur vier Kilogramm. Sie sind 10 mal 10 mal 30 Zentimeter groß und werden mithilfe einer Funkverbindung gesteuert. Sie können mit ihrer Technik beispielsweise 3D-Karten aufnehmen. Die aktuelle Mission wird einige Monate dauern. Dabei sollen auch Formationsflüge im All getestet werden. Das mache den gleichzeitigen Blick auf ein Objekt aus unterschiedlichen Perspektiven möglich. Mit dem erfolgreichen Start in den Weltraum beginnt also ein neuer Abschnitt in der Erforschung und Beobachtung der Erde.