Tesla forscht am Super-Akku

Tesla forscht am Super-Akku

Der Übergang zur erneuerbaren Energie ist ein Thema, das nicht nur Wissenschaft und Politik, sondern vor allem auch Millionen von Menschen weltweit beschäftigt. Die Auswirkungen des Klimawandels sind bereits spürbar, jetzt kommt es darauf an die schädlichen Emissionen in allen Bereichen einzubremsen.

Ein Mittel dazu könnte der Umstieg auf die E-Mobilität sein. Doch dieser dramatische Schritt erfordert zunächst noch jede Menge Forschung und Entwicklung. Strom lässt sich schließlich nicht so einfach speichern. Nicht nur bei den Ladestellen für E-Fahrzeuge gibt es noch enormen Nachholbedarf, sondern vor allem bei der Batterie-Technologie. Hier sitzen die führenden Unternehmen in Asien. Die Batteriekonzerne in Singapur, Südkorea und China dominieren den Markt. Doch das soll sich bald ändern, zumindest wenn es nach dem Willen von Tesla-Chef Elon Musk geht. Er fordert die Marktführer nun mit seinem Unternehmen heraus.

Elon Musk ist bekannt für große Visionen und deren Umsetzung. Man denke nur an den elektronischen Zahlungsdienst PayPal, sein Weltraumprojekt oder eben Tesla selbst. Beim gerade erst stattgefundenen „Battery Day“ präsentierte er seine Vision von der Leistungsfähigkeit zukünftiger Batterien. Seiner Berechnung nach benötigt die Welt jährlich eine Batterieproduktion von 20 bis 25 Terawattstunden pro Jahr und das für die nächsten 15 bis 25 Jahre. So könnte man seiner Ansicht nach den Übergang zu erneuerbaren Energie bewältigen. Der Haken dabei ist jedoch, dass es sich dabei um das 100-fache der derzeitigen Produktionskapazität handelt. Es benötigt also einen echten Technologie-Turbo, um dieses Ziel zu erreichen. Musk selbst sieht sein Unternehmen dafür gerüstet und will dieses Ziel schaffen.

Mehr Reichweite, geringere Kosten

Die neuen Super-Akkus sollen nicht nur die Reichweite der Fahrzeuge deutlich erhöhen, sondern auch die Serienproduktion vorantreiben. Derzeit produziert Tesla in seinen Gigafactories Batteriekapazitäten von 30 Gigawattstunden. Zukünftig sollen es drei Terawattstunden pro Jahr werden. Um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, hat sich die Firma mit Panasonic und dem chinesischen Konzern CATL zusammengetan. Dazu möchte Tesla jeden einzelnen Aspekt der Produktion von Batterien neu beleuchten und wenn notwendig neu erfinden. Das beginnt bereits beim Abbau der dafür notwendigen Erze und endet beim Bau der Akkus. Tesla setzt zukünftig auf größere Rundzellen.

Diese haben einen Durchmesser von 46 Millimeter und sind 80 Millimeter hoch. Sie sollen fünfmal mehr Energie speichern, als die derzeit verwendeten und die Reichweite so um 16 Prozent erhöhen. Tesla hat den Bau der Rundzellen verändert. Sie haben es geschafft die in der Batterie befindliche Rolle quer zu verbinden und die bisher notwendige Lasche überflüssig zu machen. Der Weg des Stroms wird kürzer, genauso wie der Widerstand. Dadurch entsteht kaum noch Wärme. Bei einer Reichweitensteigerung von 16 Prozent kann so ein System bis zu sechsmal schneller geladen werden. Das wäre ein enormer Fortschritt im Vergleich zu den bisher bekannten Ladezeiten der Batterien.

Mehr Reichweite, geringere Kosten
Mehr Reichweite, geringere Kosten

Bei dem von Musk vorgestellten System handelt es sich jedoch nicht nur um einen Prototyp. Tesla hat laut den Angaben ihres Chefs die Produktion bereits gestartet. Die neuen Zellen bieten auch noch einen weiteren Vorteil. Je größer die Zellen sind, desto weniger benötigt man pro Batterie. Die Kosten in der Produktion hängen ebenfalls von der Anzahl der Zellen an. Die größeren Zellen senken die Kosten pro Kilowattstunden um 14 Prozent. Darüber hinaus testet Tesla eine neue Trockenbeschichtung der Batteriefolien. Der Drang zur Innovation wird die Konkurrenz unter Druck setzen. Angeblich arbeiten auch zahlreiche Deutsche Autobauer an neuen Super-Akkus. Gelingt es die Pläne in die Realität umzusetzen, erhält die Energiewende eine realistische Chance.